Bezirk Hessen-Süd
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24. Februar 2017

Der SPD liegt das Ehrenamt stark am Herzen

Podiumsdiskussion zum Thema Katastrophenschutz
+v.l.: Thorsten Staarmann, Dieter Franz, MdL, Christine Lambrecht, MdB, Mario Di Gennaro, Rüdiger Holschuh, MdL, Dr. Christoph Weltecke, Kerstin Geis, MdL

Diskutiert wurde am Mittwochabend über das Thema Katastrophenschutz. Mit den anwesenden Gästen debattierten Christine Lambrecht, Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion und Vizepräsidentin der THW Bundesvereinigung e.V., Dr. Christoph Weltecke, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Thorsten Staarmann, Leiter Einsatzdienste des Maltester Hilfsdienstes e.V. Frankfurt und Mario di Gennaro als Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes, Bezirksverband Frankfurt e.V..
Das Land Hessen ist beim Rettungsdienst und Katastrophenschutz gut aufgestellt. So erscheint es zumindest auf den ersten, flüchtigen Blick. Die Aufgaben und Zuständigkeiten sind klar definiert und im Ende 2016 verabschiedeten Katastrophenschutzkonzept festgelegt. Die Aufgabenteilung zwischen Bund und Land hat zu einer guten Versorgung mit Rettungsfahrzeugen geführt. Manch anderes Bundesland orientiert sich an den hessischen Standards.
Beim zweiten, genaueren Blick werden die Herausforderungen vor Ort sichtbar. Die einzelnen Probleme haben je nach Stadt oder Land unterschiedliche Dimensionen. Die Hilfsorganisationen kämpfen alle mit Nachwuchssorgen und damit, dass sich die Bevölkerung in Krisen immer weniger selbst helfen kann. So führt heute eine stark blutende Nase schon zu einem Anruf bei der 112. Zudem gibt es häufiger Probleme bei der Freistellung durch die Arbeitgeber. Ehrenamtliches Engagement wird dadurch erschwert. Es kommt vor, dass Arbeitgeber den Ehrenamtlichen die Teilnahme an Lehrgängen verweigern oder die unkalkulierbaren Einsätze ihrer Angestellten nicht gerne sehen. Auch die wachsenden administrativen Anforderungen erschweren die Arbeit. Dazu kommen zusätzliche Aufgaben durch den Rückzug des Staates aus bestimmten Bereichen. So hat beispielsweise „Hessen-Mobil“ seinen Dienst eingestellt und nun muss die Feuerwehr ausrücken, um eine Ölspur abzustreuen.
Über mögliche Lösungsvorschläge entwickelte sich eine rege Debatte. Aus dem Publikum kamen etliche Lösungsvorschläge, wie etwa eine Idee als Rezept gegen Nachwuchssorgen: Kinder und Jugendliche sollten heute in der Schule wieder lernen, wie man sich selbst hilft. Schulen seien ein guter Anlaufpunkt, um Interessierte für das Ehrenamt zu erreichen und langfristig an die Hilfsorganisation zu binden. Angeregt wurden auch Erleichterungen im Jugendarbeitsschutzgesetz für Jugendliche, die sich in einer Hilfsorganisation engagieren. Eine weitere Idee aus dem Publikum, ist von den Hilfsorganisationen selbst einfach zu bewerkstelligen: Ein Dank an die Arbeitgeber zur Freistellung ihrer Mitarbeiter nach einem Einsatz. Das verhelfe deutlich zur Akzeptanz der wichtigen Arbeit von Hilfsorganisationen. Ein weiterer Vorschlag war, finanzielle Mittel bereitzustellen, um Ehrenamtskoordinatoren in Firmen und Schulen einzusetzen. Hier kann das Land Hessen konkret helfen.
Den Bundesfreiwilligendienst zu einer Verpflichtung zu machen, sieht Christine Lambrecht eher kritisch. „Wir müssen positive Anreize setzen, um unsere Nachwuchssorgen zu lösen und auch mehr Frauen in die Hilfsorganisationen zu bekommen“.
Über eines waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig: eine Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen untereinander ist immens wichtig. Eine Förderung und Stärkung des Ehrenamts, z.B. durch die Einbringung des Ehrenamts als Staatsziel in die hessische Verfassung, wurde überwiegend positiv gesehen.
Die SPD-Politikerinnen und –Politiker durften eine Menge Anregungen mit nach Hause nehmen. „Wir müssen dauerhaft im Gespräch bleiben und solche Treffen regelmäßig organisieren“, regte Kerstin Geis an.

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