Wahlkämpfe: Tue Gutes und rede darüber

Portraitfoto von Gernot Grumbach

Stell Dir vor, Du machst was Gutes und keiner merkt es. Bei der Bundestagswahl besteht die Gefahr. Die SPD hat diesmal nicht nur Politformeln im Wahlprogramm sondern auch sehr konkrete Forderungen. Eine davon stammt aus Hessen-Süd und beendet eine lange Debatte. Wir haben erreicht, dass Menschen, die arbeitslos werden, ihre Altersversorgung nicht mehr antasten müssen.

Betroffen waren gerade die, die sich nicht auf andere verlassen haben, sondern selbst vorgesorgt haben. Ihnen sollte nur ein sogenanntes Schonvermögen von wenigen hundert Euro pro Lebensjahr bleiben. Jetzt soll ihre Altersversorgung überhaupt nicht mehr angetastet werden. Einzige Bedingung: sie muss so festgelegt werden, dass sie nur als Altersversorgung genutzt werden kann. Weil das aber eine Korrektur einer früheren Entscheidung ist, wird möglichst wenig darüber geredet. Wahlkämpfe funktionieren anders: Tue Gutes und rede darüber.

Kommentar aus der Zeitschrift "Der Sozialdemokrat" (Ausgabe Juli 20099

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