GM will Opel nicht zur Produktion behalten, sondern zur Liquidation

Wenn Opel tatsächlich bei GM bleibt, drohen – laut GM „Sanierungsplan“ den Beschäftigten in Europa stärke Einschnitte, die Schließung der Fabriken in Antwerpen, Opel und Eisenach. Demnach soll Antwerpen im April 2010 geschlossen werden, in Bochum soll die Produktion mit 5.000 Beschäftigten 2011 auslaufen und das Werk in Eisenach mit 1.400 Arbeitern soll 2010 dicht gemacht werden.

General Motors spekuliert mit den Existenzen der Opel-Beschäftigten, der Werke in Europa, der Zulieferer, der Regionen, die von Opel abhängig sind. „Mit Rüsselsheim wird drohende Arbeitslosigkeit, geringere Kraufkraft und Unsicherheit verbunden“, so der OB Stefan Gieltoswki (SPD). „Ohne Opel ist Rüsselsheim tot“, so die Einzelhändler. So geht es allen Opel-Standorten in Europa.

Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD Hessen-Süd (AfA) verlangt deshalb: Es reicht! Diesen Plänen muss Einhalt geboten werden!!

Die AfA Hessen-Süd unterstützt den Kampf der Kolleginnen und Kollegen aller Standorte in Europa mit ihren gewerkschaftlichen Interessenvertretern und der Gewerkschaft IG Metall „Wir werden alles tun, um in Europa alle Standorte zu erhalten“ (Vorsitzender IG Metall, Bertold Huber).

Die AfA Hessen-Süd ist wie der SPD-Ministerpräsident Kurt Beck, der vor den Kaiserslauterer Opelanern gesprochen hat, der Meinung, dass GM „auf Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen verzichten soll“.
Die Geschäftsführung von General Motors hat durch ihre Geschäftspolitik der letzten Jahre GM selbst in den Bankrott und Opel/Vauxhall an den Rand der Insolvenz gebracht.

„Milliarden Bürgschaften wurden aus Steuergeldern für den Erhalt von Opel gegeben. Aber unsere Erfahrung ist, dass das Management von GM alle hinhält und an der Nase herumführt. Damit muss jetzt Schluss sein“, sagt Michael Frischkorn, Vorsitzender der AfA Hessen-Süd. „Opel kann nur gerettet werden, wenn es GM aus der Hand genommen wird.“

Bereits im März 2009 hatte die AfA auf einer ArbeitnehmerInnen-Konferenz in Rüsselsheim die Forderungen des Kampfs der Opelaner unterstützt:
“- Kein Werk darf geschlossen werden – Kein Arbeitsplatz darf vernichtet werden – Kein Cent Verzicht von Lohn- und Besitzstand“
Auf der Konferenz wurde von den 80 Kolleginnen und Kollegen gefordert, „dass der Staat sofort die Verantwortung für die Rettung der Arbeitsplätze übernimmt: Staatliche Beteiligung bei Opel – für den Schutz der Arbeitsplätze – auch im Sinne der Kolleginnen und Kollegen der Zuliefer- und Händlerbetriebe.“
„Dies ist nicht geschehen, die Beschäftigten wurden von GM in Unsicherheit und Verzweiflung gestürzt und mit der Drohung mit Insolvenz erpresst. Nach den Massenentlassungen bei Quelle, Quimonda usw. brauchen wir ein neues Signal der Hoffnung: Am Besten wäre die Enteignung von GM und der staatliche Schutz der Automobilindustrie, so wie es Artikel 14 das Grundgesetzes und die Hessische Verfassung in Notsituationen zum Wohle der Allgemeinheit vorsieht, um die Industrie, die Arbeitsplätze und die Existenzbedingungen der Beschäftigten zu sichern“, meint die AfA Hessen-Süd.

Michael Altmann, AFA Hessen-Süd