SPD trauert um Hans Matthöfer

Bundesarchiv_B_145_Bild-F048639-0031,_Dortmund,_SPD-Parteitag,_Hans_Matthöfer

Die SPD trauert um den ehemaligen Bundesminister und Bundestagsabgeordneten Hans Matthöfer, der im Alter von 84 Jahren nach langer Krankheit verstorben ist. „Hans Matthöfer hat mit Leidenschaft in seinem Leben und Wirken die Grundwerte der SPD verkörpert und sich vor allem für die Humanisierung der Arbeitswelt und mehr Mitbestimmung eingesetzt“, würdigte der Bezirksvorsitzende Gernot Grumbach das Wirken Matthöfers. Er habe mitgeholfen, die Welt für die Menschen solidarischer und lebenswerter zu gestalten. Hans Matthöfer war fast 60 Jahre lang Mitglied der SPD. Dabei war er Genosse, Gewerkschafter, Minister und Manager.

„Er hat für die Sozialdemokratie und für unser Land Herausragendes geleistet und Vieles bewirkt,“ sagte Sigmar Gabriel, als auf dem SPD-Bundesparteitag in Dresden der Tod bekannt wurde. Der SPD-Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel erklärte: „Er war ein treuer Genosse und auch nach seiner aktiven Zeit ein gefragter Ratgeber, ein solidarischer und hilfreicher Begleiter, dem wir viel zu verdanken haben." Matthöfer stehe in einer Reihe mit den großen Ökonomen der SPD wie Helmut Schmidt und Karl Schiller. „Er war eine Schlüsselfigur, als es darum ging, in sozialdemokratischer Regierungsverantwortung den tiefgreifenden Strukturwandel und die Modernisierung der westdeutschen Industriegesellschaft zu bewältigen.“

Dabei hat Hans Matthöfer, der tief im gewerkschaftlichen Milieu verwurzelt war, nie viel Aufheben um seine Person gemacht, sondern sich stets in den Dienst der Sache gestellt. Helmut Schmidt hat ihn treffend als "Kämpfer ohne Pathos" beschrieben.

Hans Matthöfer wurde 1925 in einer sozialdemokratischen Arbeiterfamilie im Ruhrgebiet geboren und schloss sich 1950 der SPD an. Von 1973 bis 1984 gehörte er dem SPD-Parteivorstand an, von 1985 bis 1987 als Bundesschatzmeister. 1961 wurde er im Wahlkreis Frankfurt III in den Bundestag gewählt, dem er 26 Jahre lang angehörte. Hans Matthöfer war von 1972 bis 1974 Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, von 1974 bis 1978 Bundesminister für Forschung und Technologie, von 1978 bis 1982 Finanzminister und 1982 Minister für Post und Telekommunikation. Eine schwierige Aufgabe übernahm Matthöfer, als er 1986 den Vorstandsvorsitz der Gewerkschaftsholding BGAG übernahm. Sie war durch die „Neue Heimat“-Affäre ins Trudeln geraten. Dieses Amt hatte er bis 1997 inne. Für seine Verdienste wurde er 2002 mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille geehrt, der höchsten Auszeichnung des Landes Hessen.

Hans Matthöfer hat lange in Kronberg im Taunus, zuletzt in Bad Soden gelebt. Noch im Landtagswahlkampf 2008 nahm er an einer Veranstaltung mit Andrea Ypsilanti und Kurt Beck teil. Wir verlieren in Hans Matthöfer einen der großen Männer der hessischen Sozialdemokratie und einen unermüdlichen Kämpfer. Sein Andenken wird immer bei uns bleiben.

[os,16.11.]