Vernetzte Nachbarschaftshilfe

Die Bürgerhilfe Florstadt ist eine Freiwilligenagentur und vermittelt ehrenamtliche Helfer an ältere, kranke oder behinderte Bürger. Dabei bietet sie „Zusatz-Leistungen“, die nicht durch bezahlbare Sozialleistungen abgedeckt sind, wie Begleitung zum Arzt, zum Einkaufen oder kurzzeitige Kinderbetreuung. Sie ist somit Anlaufstelle für Florstädter, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, und Anlaufstelle für Bürger, die Hilfe benötigen.

Sie entstand aus einer Agenda 21-Gruppe. Schnell begriffen die Verantwortlichen, dass es bereits viele unterschiedliche Gruppen und Vereine gab, aber die Vernetzung fehlte. Bestehendes sollte integriert werden. So wurde das gesamte soziale Engagement aufgelistet und die Bürger erhielten zum ersten Mal einen Überblick. Auch für die Gruppen war so eine Kommunikation untereinander leichter möglich.

Durch gute Öffentlichkeitsarbeit gelang es, immer mehr Menschen (zurzeit 64 Helfer) zu gewinnen. Dadurch war es möglich, neben der Nachbarschaftshilfe zusätzliche Projekte wie die Zusammenarbeit mit der „Tafel“ durchzuführen. Andere Projekte sind die Zusammenarbeit mit der örtlichen Betreuungsschule, wo sich Helfer als Lesepaten zur Verfügung stellen, oder ein Mentoren-Projekt, in dem engagierte Bürger Hauptschülern beim Übergang von der Schule in den Beruf begleiten.

Eine Besonderheit der Bürgerhilfe Florstadt ist ihre organisatorische Form: Sie ist direkt bei der Stadt als „ehrenamtliche Gruppe“ mit Sprecher angesiedelt. Sie benötigt so nicht die übliche Vereinsarbeit und die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung wird gefördert. Diese Konstruktion setzt voraus, dass Bürgermeister und Magistrat dem bürgerschaftlichen Engagement aufgeschlossen gegenüberstehen. Für eine Kommune wie Florstadt mit einer Einwohnerzahl von rund 9.000 hat sich diese Organisationsform zum Vorteil für Bürger, ehrenamtlich Engagierte und Kommune herausgestellt. „Generationsübergreifende Freiwilligendienste fördern den Gesellschafts- und Generationenzusammenhalt und beeinflussen das soziale Klima einer Kommune“, bilanziert Dieter Eckhardt.