Migration, Integration und Abschiebung

Baustelle der Hazrat-Fatima-Moschee in Frankfurt.

Auf Sommerreise in Hessen war Thorsten Schäfer-Gümbel, der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende. Am zweiten Tag seiner Tour durch Hessen, dem 11.8., ging es um Integration. Stationen waren die Baustelle der Hazrat-Fatima-Moschee, der Rat der Religionen, der Verein für berufliche Integration „berami“ und die Flüchtlingsaufnahme am Frankfurter Flughafen.

Begonnen wurde der Tag mit dem Besuch der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge am Frankfurter Flughafen, wo zunächst ein Gespräch mit den zuständigen Stellen sowie der Abschiebebeobachtung stattfand, bevor die Einrichtung selbst besichtigt wurde. „Mein Eindruck, dass die zuständigen Stellen hier sehr gut zusammenarbeiten“, so Thorsten Schäfer-Gümbel. „Der Umgang mit Flüchtlingen ist immer ein sehr emotionales Thema, das mich nicht kalt lässt“, so der hessische Fraktionsvorsitzende.

Weiter ging es auf der Sommertour zum Verein für berufliche Integration, „berami“. Der Verein kritisierte vor allem, dass es momentan an einer zeitnahen Vermittlung aller notwendigen Informationen fehle, um einen beruflichen Integrationsprozess direkt nach der Einreise beginnen zu lassen und so eine Dequalifizierung der Zuwanderer allein durch den Zeitablauf stattfinde. Es könne nicht sein, dass Menschen allein auf Grund mangelhafter Deutschkenntnisse als „ungelernte Kraft“ stigmatisiert würden. Auch die unüberblickbare Projektlandschaft im Bereich Integration und berufliche Integration stand auf dem Prüfstand.

Die Geschäftsführerin von „berami“, Rosina Walter betonte, dass es endlich einen Leitfaden geben müsse und die existierenden Angebote auf dem Gebiet in einer Clearingstelle gebündelt werden sollten.

Über das Zusammentreffen mit Thorsten Schäfer-Gümbel freute sich auch der Rat der Religionen in Frankfurt. Die 2009 gegründete Organisation steckt zwar noch in den Kinderschuhen, die Gesprächspartner waren sich jedoch einig, dass allein der Zusammenschluss der momentan neun unterschiedlichen Religionsgemeinschaften bereits ein großer Erfolg sei.

Bevor der Tag mit dem Besuch des russisch-deutschen Zentrums in Gießen endete, wurde noch die Baustelle der Hazrat Fatima Moschee in Frankfurt besichtigt. Thorsten Schäfer-Gümbel zeigte sich sehr interessiert an den Plänen, die Moschee soll noch in diesem Jahr fertig gestellt werden soll.

„Wir haben in Hessen einen durchaus engagierten Integrationsminister, der unterschiedliche Projekte unterstützt. Doch ein ‚Projekt- und Preis-Hopping’ alleine reicht nicht. Der hessischen Regierungskoalition fehlt eine klare und einheitliche Linie im Bereich Integration, die Union fungiert hier als Bremsklotz“, bilanzierte Thorsten Schäfer-Gümbel.