„Das rote Offenbach bleibt rot“

Wolfgang Reuter spricht über die Zeit von 1930 bis 1933

Zu einem Vortrag mit dem Thema "Die Offenbacher SPD in der Weimarer Zeit" hatte die Historische Kommission der Offenbacher SPD am Freitag den 15. Oktober 2010 ins Else-Herrmann-Haus eingeladen. Knapp achtzig Personen hatten sich zusammen gefunden um anhand von Berichten, Fotos, Liedern und einer Tonbildschau mehr über die Geschehnisse in der Zeit zwischen 1918 und 1933 zu erfahren.

Erich Herrmann, Erich Strüb, Annerose Bovet und Wolfgang Reuter erinnerten daran, wie am 8. November 1918 mit einer Massenkundgebung auf dem Aliceplatz eine neue Zeit für Offenbach begann:
Nach einem Streik aller großen Betriebe waren zehntausende Menschen in einem gewaltigen Protestzug durch die Straßen gezogen und hatten die Abschaffung der Monarchie, Einführung einer sozialen Republik mit demokratisch-parlamentarischem Regierungssystem und sofortige Friedensverhandlungen gefordert.

Auch der gesetzliche Mindestlohn und das Frauenwahlrecht spielten damals eine große Rolle. So erinnerte Annerose Bovet an Gretchen Steinhäuser, die schon 1919-1927 als erste Frau in den hessischen Landtag gewählt wurde.
Wolfgang Reuter (Bild) sprach über die Zeit von 1930 bis 1933, in der in Offenbach die Ortsgruppe "Eiserne Front" von der SPD, den Gewerkschaften, den Arbeitersportvereinen und Reichsbanner als Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus gegründet wurde.

Mit vielen Erzählungen und Erinnerungen wurde so dem „roten Offenbach“ gedacht und gemeinsam mit dem Singkreis der Arbeiterwohlfahrt zum Abschluss Lieder gesungen.