Lebendige Kommunen brauchen ehrenamtliches Engagement

Ob in Sportvereinen, der Nachbarschaftshilfe, sozialen Projekten für Senioren oder Tafeln für Arme, in Kirchen, bei der Feuerwehr oder in Hilfsorganisationen, bei Verbänden oder Bürgerinitiativen, im Umweltschutz, Tierschutz oder in der Jugendarbeit – jede dritte Bürgerin und jeder dritte Bürger in Deutschland engagiert sich ehrenamtlich. Er macht etwas für sich und andere. „Vieles in unseren Städten und Gemeinden wäre sonst nicht möglich“, erklärt Gerold Reichenbach, MdB und Leiter des Arbeitskreises „Bürgerschaftliches Engagement“ des Bezirks Hessen-Süd. „Freiwilliges Engagement hält unsere Gesellschaft zusammen. Es gehört zu einer lebendigen Demokratie und menschlichen Gesellschaft – gerade mit Blick auf die Kommunen.“ Politik brauche engagierte Bürgerinnen und Bürger.

Die SPD hat in den letzten Jahren das Ehrenamt auf allen Ebenen gefördert. Wichtige Meilensteine im Bundestag waren das Gesetz zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements, das Jugendfreiwilligendienste-Gesetz und wichtigen Änderungen im Vereinsrecht. So wurde die steuerliche Förderung deutlich ausgeweitet. Auch die SPD-Landtagsfraktion hat in den letzten Jahren Gesetzentwürfe wie das „Gesetz zur Stärkung der hessischen Kommunen und der Bürgerbeteiligung auf kommunaler Ebene“ erarbeitet.

Bei der Förderung des freiwilligen Engagement als Form der Mitgestaltung des Gemeinwesens stehen sowohl das „klassische“ Ehrenamt als auch nicht-organisierte Gruppen und Initiativen im Mittelpunkt. Arbeitsschwerpunkte des Arbeitskreises „Bürgerschaftliches Engagement“ der letzten Monate waren die Weiterentwicklung der Sportpolitik und -förderung und das Engagement und die Beteiligung und das Engagement von Migranten in „deutschen“ Vereinen und Migrantenorganisationen. Alle diese Themen gelte es nun in den Kommunalwahlkampf vor Ort zu tragen, fordert der Bezirk Hessen-Süd die Ortsvereine und Unterbezirke auf. „Ziel sei, mit möglichst vielen engagierten Bürgern ins Gespräch zu kommen, Wertschätzung für deren Leistungen auszudrücken und sich an Projekten vor Ort zu beteiligen“, rät Gerold Reichenbach. Dies könne gut bei Adventsfeiern, Neujahrsempfängen, Einladungen an örtliche Vereine oder Diskussionsveranstaltungen geschehen. "Dabei bedarf es Kontinuität auch über Wahlkampfzeiten hinaus."

(aus: "Der Sozialdemokrat", Dezember 2010)