Keine Diktate von oben

Carsten Sinß
Carsten Sinß, Vorsitzender der Jusos Hessen-Süd [c) privat]

Frage: Herzlichen Glückwunsch zu deiner Wahl. Was bewegt junge Menschen heute?
Carsten Sinß: Junge Menschen interessieren sich natürlich vor allem dafür, wie die Welt, wie ihre Welt in 5, 10, 20 oder auch 30 Jahren aussieht. Welche beruflichen Perspektiven gibt es? Reichen die Ausbildungs- und Studienplätze aus? Wie sicher und vor allem wie notwendig ist das Atomkraftwerk vor der eigenen Haustür? Und ganz wichtig: Sie wollen dabei von Anfang an mitreden, keine Diktate von oben erhalten.

Frage: Wo liegen die Herausforderungen für die Jusos in den nächsten Jahren?
Carsten Sinß: Durch die Kommunalwahl sind viele Jusos in die Parlamente eingezogen. Diesen Schub möchten wir nutzen, vor Ort Politik mitzugestalten. Ein zentrales Ziel ist dabei die Energiewende vor Ort, die wir mit der SPD maßgeblich vorantreiben wollen. Außerdem wollen wir uns öffnen und breiter aufstellen, das Thema Ausbildung soll nicht länger nur ein Nischenthema bleiben. Noch vor der Sommerpause steht die Gründung eines Ausbildungsforums an, wo wir mittelfristig auch Bündnispartner wie Gewerkschaften mit ins Boot holen wollen.

Frage: Was hat die „ganze SPD“ von starken Jusos?
Carsten Sinß: Eine Volkspartei muss den Anspruch haben, alle Generationen anzusprechen, dafür braucht es auch einen starken und kritischen Jugendverband, der notfalls auch mal gegen den Strom schwimmt.