Christoph Degen neuer Vorsitzender der AfB

Degen, Christoph
Christoph Degen; (c) privat

Mit großer Mehrheit wurde Christoph Degen am 21. Mai in Frankfurt zum neuen Bezirksvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) im SPD-Bezirk Hessen-Süd gewählt. Christoph Degen, 31 Jahre alt, ist Lehramtsreferendar an einer Schule für Praktisch Bildbare (Förderschule) und war im Jahr 2008 während der „Hessischen Verhältnisse“ Abgeordneter des Hessischen Landtags und Mitglied des kulturpolitischen Ausschusses. Derzeit ist der Bildungspolitiker zudem Kreistagsabgeordneter des Main-Kinzig-Kreises. Vorgeschlagen hatte ihn Günther Häfner, der das Amt zuvor für zwölf Jahre innehatte.

Kompetente Unterstützung findet Christoph Degen zum einen durch die neu gewählte stellvertretende Vorsitzende Hannah de Graauw-Rusch, die sich im Elternbund Hessen engagiert, als auch den ehemaligen Schulamtsleiter Eberhardt Luft, der bereits in der Vergangenheit stellvertretender AfB-Vorsitzender war. Günther Häfner gehört dem Vorstand weiterhin als Beisitzer an.

Der neue Bezirksvorsitzende stellte nach seiner Wahl ein umfangreiches Arbeitsprogramm vor. Christoph Degen sieht in der Gestaltung der Inklusion, d. h. des gemeinsamen Unterrichts von behinderten und nichtbehinderten Kindern, in Hessen eines der Hauptziele der AfB. „Alle Menschen müssen Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung erhalten“, erklärte er. Dies sei ein „universaler Anspruch, der ohne Einschränkung sozialer und ökonomischer Voraussetzungen oder besonderen Lernbedürfnissen eines Menschen gilt“. Die Novellierung des hessischen Schulgesetzes greife zwar den Begriff der Inklusion auf, ziehe jedoch nicht die notwendigen Konsequenzen, um Inklusion konsequent umzusetzen. Die UN-Behindertenrechtskonvention mache hier klare Vorgaben und fordere angemessene Vorkehrungen.

Neben verschiedenen Anträgen zu Studienbedingungen und zur beruflichen Bildung beschäftigte sich die Mitgliederversammlung des größeren der beiden hessischen AfB-Bezirke insbesondere mit den geplanten Kürzungsplänen der hessischen Landesregierung. So lehnt die AfB eine Reduzierung der Ausbildungsstellen für Referendare ab. Hessen brauche mehr Lehrerinnen und Lehrer statt weniger. Schon heute könne die Nachfrage an Lehrkräften für bestimmte Schulformen und Fächer nicht gedeckt werden, so die Sozialdemokraten.

Klar positionierte sich die SPD-Arbeitsgemeinschaft auch gegen die im Raum stehenden Kürzungspläne der Landesregierung. „Wir fordern vehement den Erhalt aller 15 hessischen Schulämter. Wir wollen die Beratung vor Ort für Eltern, Lehrkräfte und Schüler erhalten. Wenn Schulen selbstständiger werden sollen, darf man ihnen dabei doch nicht gleich den Boden unter den Füßen wegziehen“, so der neue Vorsitzende Christoph Degen.

Über die AFB
Die AfB ist in Hessen eine "Denkschmiede" für Reformprozesse in der Bildungspolitik. Die Arbeit wird von Menschen getragen, die mit unterschiedlichsten Aufgaben an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen, an Hochschulen, Volkshochschulen, an Kindertagesstätten, in der Bildungsverwaltung oder ganz generell im Bildungssektor tätig sind.