Mehr politische Jugendbildung

Sollte der politischen Jugendbildung in Zeiten allgemeiner Entpolitisierung und Politikverdrossenheit nicht wieder eine größere Bedeutung zukommen? Diese Frage stellte Prof. Dr. Achim Schröder von der FH Darmstadt bei der Fachtagung »Politische Jugendbildung« im Hessischen Landtag. Der Bezirk Hessen-Süd und die SPD-Landtagsfraktion hatten eingeladen, um über die Beteiligung junger Menschen zu diskutieren, sich über die Praxis auszutauschen und neue Formen in den Blick zu nehmen.

Gekommen waren rund 70 Ehrenamtliche, Haupt berufliche und Multiplikatoren der politischen Jugendbildung in Hessen. Nach einer Einführung von Ernst-Ewald Roth, dem jugendpolitischen Sprecher der Landtagsfraktion, und Ansgar Dittmar, Leiter der Projektgruppe »Kommunale Jugendpolitik« des Bezirks Hessen-Süd wurden bei einem Worldcafe erfolgreiche Projekte (»Leuchttürme«) aus der Praxisvorgestellt. Was Kinder und Jugendliche der Politik schon immer sagen wollten, stellte das Medienprojekt des Frankfurter Galluszentrums in einem Video und Internetprojekt vor. Den stand im Mittelpunkt des Kinder- und Jugendparlaments aus dem Vogelsberg. Soziales Engagement im Gemeinwesen präsentierte der Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) anhand der Sozialaktion 72-Stunden-Aktion.

Die Falken zeigten ihre Angebote zur Jugendbildung. Einen Überblick über die politische Jugendbildung in Hessen gab Benedikt Widmaier, Direktor der Akademie des Hauses am Maiberg. Kreativ wurde es beim anschließenden Fisch-Bowl. Hier wurden mit wechselnden Diskussionspartner neue Formen und Perspektiven der politischen Auseinandersetzung in den Blick genommen: Wie wollen junge Menschen ihren Lebensraum gestalten? Was leistet Jugendbildung für unser Zusammenleben in Städten und Gemeinden und letztendlich für eine starke Demokratie? Das Fazit des Tages gibt Prof. Dr. Schröder recht: Wir brauchen mehr politische Jugendbildung und eine bessere Vernetzung untereinander, gerade bei kommunalen Projekten.