Schule von morgen – Erfolg für alle

Unter diesem Motto hatten im November AfB, Jusos und ASF landesweit zu einer bildungspolitischen Tagung nach Gießen eingeladen. Themen der Tagung waren „Schulentwicklung im Spannungsfeld – unter den Bedingungen der Selbständigkeit von Schule“ sowie „Längeres gemeinsame Lernen zwischen Zweigliedrigkeit und Inklusion“. Diese Themen wurden in zwei Panels behandelt.

Im ersten Panel diskutierten unter der Leitung von Hella Lopez (AfB Hessen-Nord und Vorsitzende des elternbund hessen), Kerstin Geis (Vorsitzende des Landeselternbeirats Hessen und Mitglied im Landesvorstand der SPD), Jochen Nagel (Vorsitzender GEW Hessen), Thomas Will (Landrat Kreis Groß-Gerau) und Jürgen Thielmann (Vereinigung der Schulaufsichtsbeamtinnen und Schulaufsichtsbeamten des Landes Hessen). Ergebnisse der Diskussion waren: Selbständige Schule braucht für das Gelingen klare Vorgaben über Freiheiten und Grenzen sowie ausreichend Ressourcen. Selbständige Schule ist kein Sparmodell!

Im zweiten Panel drehte sich die Diskussion in mehreren Arbeitsgruppen um die Umsetzung der Inklusion, die notwendigen kurz-, mittel- und langfristigen politischen Schritte sowie um die Frage der Unterstützung und Widerstände. Es stellte sich heraus, dass die Zweigliedrigkeit als möglicher Zwischenschritt umstritten ist: Ist die Gemeinschaftsschule parallel zum Gymnasium ein Schritt auf den Weg zum Ziel der „Einen Schule für alle“? Oder werden die Widerstände der Gymnasial-Lobby so stark sein, dass es – noch für lange Zeit – bei der Zweigliedrigkeit bleiben wird und die „Eine Schule für alle“ ein schöner Traum bleibt? Dann stellt sich die Frage, wie Inklusion in einem mehrgliedrigen Schulsystem zu realisieren ist. Einigkeit bestand darin, dass Inklusion in Widerspruch steht zu einem gegliederten Schulsystem, denn Inklusion im Sinne der UN-Konvention bedeutet, dass alle Kinder die Schule in ihrem Umfeld besuchen und dass Schulträger und Schulämter dafür die Voraussetzungen bereit stellen müssen.

Inklusion wird Schule verändern, im Sinne einer Schule für alle, in der jedes Kind in seinen Stärken und Schwächen individuell gefördert wird – vom Hochbegabten bis zum Kind mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung unabhängig von der Herkunft oder dem sozialen Status.

Eine ausführliche Dokumentation der Tagung erscheint in der März-Ausgabe des ebh-elternbrief, Mitgliederzeitschrift des elternbund hessen. Zu bestellen unter www.elternbund-hessen.de, auch als Download.

Hannah de Graauw-Rusch