Obama, Amazon und das eigene KFZ-Kennzeichen

„Die Medienwelt ist keine Parallelwelt, sondern eine Realität“, provozierte Peter Holnick vom Institut für Medienpädagogik und Kommunikation zu Beginn der Tagung "Neue Zeiten denken digital“. Im Mittelpunkt der Fachtagung stand die Frage, wie digitale Medien unsere Kommunikation und unsere Wahrnehmung verändern. Der Facebookauftritt und die Bildersprache von Barack Obama, die Erregung über die Arbeitsbedingungen bei Amazon nach der Reportage des HR oder die Frage, ob Aufmerksamkeit mittlerweile eine dritte Währung sei, wurden intensiv diskutiert. Die "digitale Revolution ist dabei erst in der Pubertät ihrer Entwicklung" brachte es Karsten Krügler, Geschäftsführer des Instituts, auf den Punkt. Zentral bei der Aneignung von Medienkompetenz sei der praktische Umgang mit digitalen Medien. „Wir lernen ja auch nicht Auto fahren ohne Auto.“

In Arbeitsgruppen wurden einzelne Aspekte vertieft. Digitale Wirklichkeiten von Facebook und Twitter, die Frage, wie digitale Medien die Politik verändern, die Rolle des Smartphones oder E-Partizipation. Vision war es, den "Like-Button" zu einer Handlung im anfassbaren Leben zu transferieren. Das bisher erfolgreichste E-Partizipationsprojekt sei bisher lediglich die Einführung des Wunsch-KFZ-Kennzeichens, berichtete ein Teilnehmer.

Die Abschlussdiskussion der Fachtagung, die der Bezirk Hessen-Süd gemeinsam mit dem Institut organisiert hatte, fand in einer Fishbowl-Diskussion statt. Nur durch Kommunikation verändert sich Politik und Gesellschaft noch nicht, so eine kritische Einschätzung.