Mitarbeitende Familienangehörige im Handwerksbetrieb

Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen in der SPD (AGS)

„Mitarbeitende Familienangehörige im Handwerksbetrieb“ waren das Thema einer öffentlichen Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen in der SPD (AGS) am 11. Juni in den Räumen der Handwerkskammer Wiesbaden.

Zum Schwerpunkt einer lebhaften Diskussion entwickelte sich nach den Begrüßungsworten des Hausherrn und HWK-Geschäfts­führers Dr. Gelking und des AGS-Ehrenvorsitzenden, me Manfred Schmidt, rasch die soziale Absicherung der Handwerkerfrauen.

Die Mitarbeit im Familienbetrieb, ganz überwiegend die der Ehefrauen, ist in kleineren und mittleren Betrieben häufig unverzichtbar, um den Betrieb am Laufen zu halten. Während die jüngeren Generationen „mithelfender Familienangehöriger“ heutzutage zumeist eine eigene Ausbildung und soziale Absicherung haben, stehen die älteren Generationen im Alter häufig vor dem Nichts, insbesondere nach einer Trennung vom Partner oder einer Insolvenz. Eine unzureichende Altersvorsorge ist darüber hinaus auch das Los vieler, deren Einnahmen zu gering waren, um für eine ausreichende Rente vorzusorgen.

Die Anwesenden waren sich darüber einig, dass zur Verbesserung der Lage und angesichts der demographischen Entwicklung rasch Lösungen gefunden werden müssen, will man die Lasten nicht überwiegend auf die Steuerzahler verlagern. Als Schwerpunkte wurden genannt: mehr Aufklärung und (kaufmännische) Informationen insbesondere für die Jüngeren, Angebote zur nachträglichen Absicherung für die älteren Generationen und die (Wieder-) Einführung von Pflichtversicherungen, wobei die finanzielle Leistungsfähigkeit der Betroffenen beachtet werden muss.

In diesem Zusammenhang wurde auch diskutiert, dass zur Förderung des heimischen Handwerks der Betrag für die steuerliche Absetzbarkeit der Handwerkerlohnkosten drastisch auf 30.000 € pro Jahr erhöht werden sollte. Dies würde die Schwarzarbeit erheblich eindämmen, was dem Fiskus sogar zusätzliche Einnahmen bescherte.

Dr. Dieter Falk, Vorsitzender der AGS Hessen-Süd und Moderator des Abends, kündigte an, dass die AGS weiterhin an diesen Themen arbeiten und weitere Veranstaltungen folgen würden.